Mentale Verdauung – Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche

Auf die Nahrungsaufnahme folgt die Verdauung. Die Nahrung wird zerlegt, Nährstoffe werden in den Körper aufgenommen und werden zu Energie und zu körpereigenem Material verarbeitet. Was der Körper nicht braucht oder nicht aufnehmen kann, wird wieder ausgeschieden. So einfach ist das im Grundsatz. 

Wir haben aber nicht nur Nahrungsmittel zu verarbeiten. Unsere Sinne nehmen ständig neue Sinneseindrücke auf, die ebenso erstmal „verdaut“ werden müssen. 

In diesen Zeiten gibt es einiges zu sehen – meistens im TV oder am Computer. Die Welt ist laut, manchmal stinkt sie uns gewaltig und das schmeckt uns dann gar nicht. Wenn etwas unsere Neugierde weckt, hängt meist ein Schild dran „Bitte nicht berühren“. 

Ebenso wie der Körper mit den Nahrungsmitteln umgehen muss, so muss der Geist die vielen Sinneswahrnehmungen und daraus entstehenden Gedanken und Empfindungen verarbeiten. Und ebenso wie der Körper die Nahrung autonom durch den Verdauungstrakt schiebt, so geschieht die mentale Verdauung unserer Impressionen überwiegend unbewusst. 

Wie unsere unbewussten mentalen Prozesse auch auf den Körper wirken, findet in so mancher Redewendung einen Ausdruck. „Das muss ich erstmal verdauen“ ist eine typische Reaktion auf eine schlechte Nachricht und so manche schwierige Situation „schlägt uns auf den Magen“. 

Der Stressbauch resultiert aus schlauen Hormonen, welche die Energie aus der Verdauung abzieht und sie für „Kampf oder Flucht“ in Arme und Beine schickt. Nur dass die Stressbauchträger/innen heute in stressigen Situationen nicht mehr laufen oder Schwerter schwingen, sondern frustriert am Schreibtisch sitzen bleiben. 

Der nervöse Reizdarm hingegen ist innerlich ständig auf der Flucht. Er ist nicht aufnahmebereit und verweigert innerlich, was das Leben ihm gibt. Vieles ist für ihn unverträglich und er reagiert allergisch. 

Wenn der Körper spricht, lasse die Seele antworten

Wir können die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist für die Förderung unserer Gesundheit nutzen. So wie sich das körperliche Wohlgefühl positiv auf unsere Psyche auswirkt, so können wir auch unsere mentale Kraft einsetzen, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Bewusstheit und Achtsamkeit sind hier immer der erste Schritt.